Hilfe statt Waffen - kein Krieg in unserem Namen!

Lichter für den Frieden

Am 20.02.2016 - überall in Deutschland!

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Zahlen, Bilder und Berichte

Trotz Unwetterwarnungen, heftigem Sturm und Starkregen haben am Samstag überall in Deutschland viele tausende Menschen gegen den Bundeswehreinsatz in Syrien und für eine friedliche Lösung des Konfliktes demonstriert. An über 60 Orten wurden Lichter für Syrien entzündet.

Das erstaunliche: Große Aktionen fanden nicht etwa in Großstädten, sondern insbesondere auch an kleineren Orten statt. Oder hättest du gedacht, dass in Flensburg, Kastellaun, Meldorf, Prüm, Viechtach und vielen anderen Orten jeweils dreistellige Teilnehmerzahlen zusammenkamen?

oben: Bild von der Aktion in Trier

Alle wollen Zahlen...

Auf einer zentralen Großdemo ist es nicht schwer, konkrete Zahlen veröffentlichen zu können. Bei einem dezentral vernetzten Aktionstag sehr wohl. Unser aktueller Informationsstand ist der folgende:

Ob die Gesamtzahlen also nun im mittleren oder oberen vierstelligen, oder im fünfstelligen Bereich lagen, ist (momentan) noch offen. Nach unseren Hochrechnungen und Schätzungen sind 10 000 Menschen aber eine plausible Größenordnung – sehr beeindruckend bei Unwetterwarnungen quer durch Deutschland.

Ein paar Aktionsberichte

Das Wetter kann man natürlich als Katastrophe bezeichnen. Phantastisch, dass trotzdem so viele Menschen gekommen sind, um gegen die wirkliche Katastrophe, nämlich den Krieg, zu demonstrieren, und ein Zeichen für die Menschen in Syrien zu setzen! Wir haben hier eine Auswahl an Aktionsberichten und Bildern veröffentlicht. Habt Verständnis, falls eure Aktion hier (noch) nicht auftaucht – die schiere Menge an Material lässt es leider nicht zu, dass wir hier alles veröffentlichen, auch wenn natürlich jede noch so kleine Aktion wichtig für den Aktionstag war.

Letzte Aktualisierung: 25.02.2016, 13:30 Uhr

Trier: Lichterkette über die Mosel

In Trier bildeten über 100 Menschen eine Licherkette über die Mosel, nachdem sie vorher in einem Lichterumzug durch die Stadt gelaufen waren. Ein großes Leuchtbanner hatten die Organisatoren vorher gemacht, sodass in großen Lettern »STOP THE WAR« auf der zentralen Moselbrücke leuchtete.

Zu der Aktion aufgerufen hatte eine Gruppe engagierter Menschen aus Trier sowie ein Bündnis aus vielen lokalen Organisationen, wie etwa die AG Frieden Trier oder pax christi Trier.

Trier war übrigens auch die einzige Stadt, die uns bekannt ist, in der es Probleme bei der Anmeldung gab. Es wurde seitens der Stadtverwaltung mehrfach versucht, die Verwendung von Fackeln zu verhindern, was das tolle Abschlussphoto unmöglich gemacht hätte. Letztlich schafften es die Veranstalter aber doch, ihre Lichterkette durchzuführen.

Hamburg: Ein Zeichen für den Frieden

In Hamburg folgten etwa 150 Menschen dem Aufruf, nach einem gemeinsamen Umzug mit Fackeln ein großes Peace-Zeichen auf dem Fischmarkt zu bilden. Sie stimmten dort gemeinsam ein »We shall overcome« an und hörten dem spontanen Redebeitrag eines Reserveoffiziers zu, der bekanntgab, den Einsatzbefehl nach Syrien zu verweigern.

Übrigens: Ja, das Banner ist mit viel Liebe 100% handgemalt...

Auf das Bild rechts klicken, um es in voller Auflösung zu betrachten

Viechtach: Mit Liedern und Kerzen für Syrien

In Viechtach waren gut 150 Erwachsene, 16 Kinder und 4 Hunde dabei. Nach einer kleinen Ansprache wurde gesungen, auch Gitarre und Querflöte waren dabei.

Die Menschen legten anschließend mit ihren Windlichtern ein Peace-Zeichen auf dem Boden.

Kellinghusen: Miteinander in einer Lichterkette

In Kellinghusen bildeten etwa 50 Menschen eine Lichterkette durch die Stadt, um sich danach bei einem Apfelpunsch aufzuwärmen und gemeinsam zu singen. Die Flüchtlingsbeauftragte von Kellinghusen, Dagmar Salomon, schreibt uns dazu:

»Was mich sehr stolz macht, ist die Tatsache, dass wir gleichermaßen Iraker und Iraner mit dabei hatten! Was im Großen nicht gelingt, schaffen wir hier zumindest im Kleinen: ein friedliches Miteinander, egal, woher man kommt.«

Altenkirchen: Kerzen für Menschenrechte

Auch Mitglieder der Amnesty-Gruppe aus Altenkirchen beteiligten sich an der Aktion. Mit einem aus Kerzen gelegten Amnesty-Logo machten die Menschen darauf aufmerksam, dass im Syrienkrieg Menschenrechtsverletzungen leider Alltag sind.

Dagegen wurde mit Lichtern ein schönes Zeichen gesetzt.

Büchel: Protest gegen Bomben

Vom Atomwaffenstandort in Büchel aus starteten auch die deutschen Tornados nach Syrien. Gründe genug, um auch hier vor Ort zu protestieren. Eine Gruppe tapferer Aktivisten war trotz des Unwetters direkt vor Ort.

Freiburg: Ein Sternmarsch mit Lichtern

In Freiburg hatte die Dietenbach-Flüchtlings-Initiative gemeinsam mit der der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde einen Sternmarsch von drei Flüchtlingsunterkünften aus organisiert. Zum Auftakt lauschten die Teilnehmer Musik...

...um sich anschließend mit Lichtern zu einer zentral gelegenen Brück aufzumachen. Es nahmen an die 200 Menschen an der Kundgebung teil.

Prüm: Über Hundert vor der Basilika

In Prüm fand eine Lichtermahnwache vor der Basilika, organisiert vom Weltladen, statt. Die Aktion in Prüm verlief unerwartet sehr gut, trotz Regen und stürmischem Wind: Es waren mehr als 100 Menschen anwesend (die Organisatoren hatten mit 20 bis 30 gerechnet...), nicht nur aus der Stadt Prüm, sondern auch eine Menge aus den umliegenden Orten!

Auch mindestens 15 syrische Flüchtlinge waren vor Ort und haben sich sehr bedankt für die solidarische Aktion.

Spontan wurden während der Mahnwache Friedenslieder gesungen. Der Vereins-Vizevorsitzende des Weltladens richtete noch ein paar Worte auf Englisch an die Syrer (und die Flüchtlinge aus anderen Ländern). Die Menschen waren sehr berührt von der Menge der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und in kleinen Runden wurde dann noch das Gespräch gesucht.

Nottuln, Egenhofen und andere Orte: Zeichen der Hoffnung in den Fenstern

In Nottuln forderte die Friedensinitiative die Bewohner auf, Kerzen aus Solidarität mit Syrien ins Fenster zu stellen.

Es gab einige von solchen »offenen«, dezentralen Aktionen, z.B. auch in den Orten um Egenhofen. Dort erleuchteten die Mesner sogar viele Kirchen in der Region hell.

Auf das Bild rechts klicken, um Collage in groß zu betrachten.

Burglengenfeld: Syrien leuchtet!

Auf Satelitenbildern ist ein großer Teil der Lichter in Syrien bereits verloschen; der Krieg hat die Städte und damit die Lichter zerstört. In Burglengenfeld setzten die Teilnehmer, zur Hälfte Syrer, zur Hälfte Deutsche ein Zeichen, in dem sie die Landesgrenzen von Syrien mit Teelichtern symbolisierten. In der Mitte sieht man eine zerbrochene Waffe.

Auf dem Bild rechts sieht man eine Initiatorin.

Halle: Syrien leuchtet, die zweite

Die Landesgrenzen von Syrien legten auch Menschen in vielen anderen Städten, so auch in Halle.

Wehrheim: Lichterkette und Peace-Zeichen

Auch in Wehrheim kamen viele Menschen zusammen, die gemeinsam für den Frieden in Syrien ein Signal setzen wollten.

Sie hatten Windlichter mitgebracht, aus denen sie schließlich ein Peace-Zeichen bildeten.

Gerolstein: Mahnwache für den Frieden

In Gerolstein gingen rund 60 Menschen auf die Straße, darunter auch einige syrische Flüchtlinge. Norbert Leinung vom Forum Eine Welt e.V. schreibt uns: »Die Fotos sind nicht so toll, weil viele Personen in zweiter und dritter Reihe schon nicht mehr erkennbar sind. Trotzdem hat es uns Freude gemacht, ein Licht für Syrien anzuzünden.«

Groß-Umstadt: Gedenken und Protest im Regen

Auch in Groß-Umstadt kamen viele dutzend Menschen zusammen, um Lichter für Syrien zu entzünden.

Flensburg: Spontan mit Lichtern und Gesang

In Flensburg gingen eine dreistellige Zahl an Menschen auf die Straße – und das, obwohl die Aktion erst vor ein paar Tagen spontan entstanden war. Mit Liedzetteln und Gitarre, Windlichtern und Kerzen kamen jung und alt gemeinsam für die Menschen aus Syrien zusammen.

Meldorf: Syrer, Deutsche und ein tolles Banner

In Meldorf trafen sich etwa 120 Menschen am Domplatz, um dann einen Umzug durch die Innenstadt zu machen. Dabei hatten sie ein schönes Banner, was von einigen engagierten syrischen Flüchtlingen getragen wurde. Im Anschluss gedachten viele Menschen der syrischen Opfer des Krieges in einer Taizé-Andacht im Dom zum Thema Licht.

Köln: Lichter für Syrien auf der Domplatte

In Köln zeigten Friedensbewegte ihren Protest auf dem zentralen Platz vor dem Kölner Dom. Von einer Gruppe Schülerinnen initiiert, kamen zu der Aktion auch einige weitere Gruppen wie die Deutsche Friedensgesellschaft DFG-VK.

Schwandorf: Zu Zweit für Syrien

Unser Aktionstag war bewusst so angelegt, dass nicht nur größere, sondern auch kleine Aktionen ihren wichtigen Platz hatten. Deshalb machten auch Orte mit nur einem guten Dutzend Einwohner mit, und Gruppen, die nur aus wenigen Leuten bestanden.

Aus Schwandorf schreibt uns Peter Lang:
»Aufgrund des schlechten Wetters leider nur 2 Teilnehmer in Schwandorf. Erfreulicherweise mit syrischer Unterstützung (rechts).«

Frankfurt am Main: Infos gegen Krieg

In Frankfurt am Main organisierten Aktive von der DFG-VK einen Infostand, um auf die Problematik des Syrienkrieges aufmerksam zu machen. Im Eimer auf dem Infostand: Der Versuch, die Kerze vor dem Sturm zu schützen... Auch in einigen anderen Orten wurden Infoaktionen durchgeführt.

Parchim: Basteln. Für den Frieden. Für alle.

Es gibt so viele Möglichkeiten, sich für die Menschen hier und die Menschen überall auf der Welt einzusetzen. Eine tolle Idee wurde in Parchim umgesetzt.

Hanka vom Netzwerk für Flüchtlinge in Parchim schreibt uns: »Wir hatten am 20. Februar einen integrativen Familiennachmittag, zu dem 100 Geflüchtete und Deutsche gekommen sind. Es war ein schöner und fröhlicher Nachmittag. Viele Kinder bastelten bunte Laternen. Diese wurden mit nach Hause genommen und als Zeichen der Solidarität mit den Menschen in den Kriegsgebieten entzündet und um 18:00 ins Fenster gestellt.«

Mannheim: Mahnwache für die Menschen aus Syrien

Ein klares Nein zum Krieg und ein Ja für den Frieden und für die Menschen aus Syrien zeigten mehrere dutzend Teilnehmer auch in Mannheim.

Uruguay, Italien und andere Länder: Kerzen als Zeichen der Solidarität

Auch aus anderen Ländern erreichten uns Solidaritätsbekundungen. Jan Doria schreibt uns z. B. aus Uruguay: »Ich schicke Ihnen hier zwei Fotos meines Beitrags zu Ihrem Protest gegen den Syrienkrieg. Auf dem Bild finden Sie neben der Kerze die Nationalflagge Uruguays und unser Nationalgetränk, den berühmten Mate-Tee samt Bombilla (silberner „Strohhalm“) als Symbol Uruguays«

Rosenthal-Bielatal: Kreative Urlaubsaktion im Schnee

Markus Wutzler schreibt uns: »bei unserer kleinen Urlaubsaktion in Rosenthal-Bielatal haben - am Ende eines einsamen Tales - 10 Leute über den Syrienkonflikt, Sinn und Unsinn politischer Arbeit, Lichtersymbolik und Gewaltfreiheit diskutiert. Als sichtbare Aktion kam dieses Lichter- und Schneebild heraus: Bomben bääh, Hilfe yeah! ...von daher: ein hilfreiches Aktiönchen.« (Bild: Markus Wutzler)

Kastellaun: Mahnwache für Syrien

In Kastellaun organisierte die Syrienhilfe Vorderhunsrück eine Mahnwache für den Frieden, zu der etwa 120 Menschen kamen. Der Vorsitzende des Vereins, Wilhelm Berger, schreibt dazu: »Der stärkste Moment war wohl die fünfminütige Stille, die auf Wunsch der Anwesenden eingehalten wurde. Das gemeinsame Schweigen bei Kerzenlicht in Wind und Regen war Ausdruck von Schmerz, Mitgefühl, Zweifel, Ratlosigkeit ob all der Gewalt, gemeinschaftlicher Stärke und Hoffnung auf Humanität, Dankbarkeit für Demokratie, Wohlergehen, Helfen dürfen und können.«

Aschaffenburg: Trommeln für den Frieden

Lediglich eine Aktion konnte wegen des Wetters partout nicht umgesetzt werden. Doch Abstriche machen wollten die Aschaffenburger Friedenstrommler nicht, und haben daher die Aktion eine Woche später nachgeholt. Und so hat sich eine Gemeinschaft von 150 wunderbaren Menschen am 27. Februar 2016 vor der City-Galerie in Aschaffenburg getroffen, um mit vielen Lichtern mit Gedenken, Musik und Tanz ihre Trauer, Fassungslosigkeit, aber auch ihre Hoffnung und ihre Zuversicht zu den furchtbaren Gegebenheiten im Nahen Osten und auch bei uns zu demonstrieren.

Göttingen, Falkensee, Herford ...: Das war nur ein kleiner Ausschnitt!

Ein Aktionstag in dieser Größe umfassend darzustellen, ist fast unmöglich. Regensburg, Mainz, Lüneburg, Hannover... – es gäbe noch so viele Aktionsberichte und Bilder zu veröffentlichen. Der Übersicht halber und auch aus technischen sowie zeitlichen Gründen mussten wir uns aber beschränken.

Wir hoffen, eine Auswahl getroffen zu haben, welche die vielen Farben dieser Aktion gut beleuchtet, sodass du einen Eindruck vom Aktionstag bekommen konntest.

Die Aktionen, die hier nicht veröffentlicht wurden, haben wir trotzdem alle wahrgenommen, und wir haben uns auch sehr über eure Berichte gefreut. (Vielleicht folgt demnächst nochmal ein vollständiges öffentliches Bildarchiv...) Vielen Dank für euer Verständnis, wenn eure Aktion hier nicht dabei ist!

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